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Jagdstaffel 66 (Jasta 66) im Kriegsjahr 1918


Werner Preuß nach dem Krieg. Der Pour-le-merite wurde nachträglich in das Foto
reingearbeitet. Photoatelier J. Leschen, Rendsburg.


Die Jagdstaffel 66 wurde am 21.01.1918 aufgestellt und existierte bis Kriegsende.
Letzter Staffelführer war Leutnant d.R. Werner Preuss (CO).

Lebenslauf von Werner Preuß:

Werner Preuß war der Sohn des Steuerinspektors Walter Preuß in Gardelegen. Bis Ostern 1907
besuchte er die dortige Realschule und infolge der Versetzung seines Vaters nach Rendsburg in
Holstein das dortige Gymnasium. Nach dem Abitur trat er am 14. August als Kriegsfreiwilliger in
das Infanterie-Regiment Herzog von Holstein Nr. 85 ein und wurde vier Wochen später an Westfront
geschickt. Zum Leutnant wurde er am 16. Januar 1916 befördert. Bei den Kämpfen um Verdun
wurde er am 25. Mai 1916 verschüttet. Es gelang ihm aber, sich selbst zu befreien und zu seiner
Truppe zurückzukehren. Nach einem Jahr dauernder Heilung seiner Lähmungen meldete er sich
zur Fliegertruppe. Am 20. September 1917 begann er die Ausbildung in Posen, bestand am
7. Oktober 1917 die erste Pilotenprüfung, am 15. Oktober 1917 die zweite Feldpilotenprüfung
und stellte mit dieser kurzen Zeitspanne einen Rekord auf. Am 26. Oktober 1917 wurde Preuß
zur Artillerie-Fliegerschule in Alt-Auz nach Kurland kommandiert und von dort Ende Dezember
zur Westfront geschickt. Im Januar 1918 wurde er an der Westfront, zunächst als Infanterieflieger
eingesetzt. Um sich selbstständiger betätigen zu können, erwirkte er seine Versetzung in die
Jagdstaffel 66. Sein 3. Abschuss dort war der französische Fliegers Jaques Gerard, der bereits
im französischen Heeresbericht genannt und durch Verleihung der Militärmedaille ausgezeichnet
worden war. Am 19. April 1918 erhielt er das Flugzeugführerabzeichen, am 25. Juni 1918 einen
silbernen Ehrenbecher und im Juli 1918 das Eiserne Kreuz I. Klasse. Am 21. September wurde
ihm das Ritterkreuzes zum Königlichen Hausorden von Hohenzollern verliehen und gleichzeitig
zum Führer der Jagdstaffel 66 ernannt. Am 15. Oktober 1918 wurde er zum ersten Mal namentlich
im Heeresbericht genannt mit 20 anerkannten Abschüssen. Insgesamt konnte Werner Preuß 22
anerkannte Abschüsse zu verzeichnen. 7 weitere Abschüsse blieben unbestätigt, da sie hinter der
französischen Front ohne Zeugen erfolgten. Im November 1918 wurde er zum Pour-le-merite
eingereicht, jedoch durch das Ende des Krieges wurde der Pour-le-merite nicht mehr verliehen.
Nach Abschluss des Waffenstillstandes führte er seine Staffel nach Lübeck zurück und wurde
am 29. Januar 1919 aus dem Dienst entlassen.

Am 13. Februar 1919 trat er in die Fliegerabteilung des Freikorps Schleswig-Holstein
Grenzschutz Nord ein. Am 6. März 1919 stürzte er auf einem Dienstflug über dem
Exerzierplatz der Westerrönfelder Heide bei Rendsburg ab und starb. (Quelle: Walter Zuerl)